La semaine avec le test

Wenn ich rankommen würde, würde ich mir gerne selbst in den Allerwertesten treten! Habe ich doch glatt meine Croissants- und Briochefotos gelöscht! Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich schiebe es mal auf das Prüfungs-Stress-Syndrom, das lässt einen ja bekanntlich komische Dinge tun!

Und da ich  die ganze Woche mehr oder weniger nur gelernt habe, gibt es gar nicht so viel zu berichten!

Am Mittwoch hatte ich ja mein sechsstündige Croissants- und Brioche-Praxis! Bilder gibts hier! LEIDER NICHT! Trotz starker Bedenken meinerseits hat doch alles sehr gut geklappt und am Ende kam soooo viel Gebäck raus. Zwei große Brioche, drei kleine Brioche, neun Croissants, neun Pains au chocolate, neun Pains aux raisins. Also allein kaum zu schaffen. Deswegen habe ich einen großen Teil mal wieder an Luz weitergegeben, ihre Party People freuen sich immer, und einen Teil der Brioche habe ich einem Obdachlosen in der Metro gegeben. Call me Mutter Theresa!

Donnerstag war der zweite Teil des Theorie-Teils dran. Diesmal Mehl, Hefe und Salz. Gähn, schnarch! Moderiert wurde von Chef Nicolas „Blue Eye“ Jordan. Aber selbst diese Tatsache konnte mich nicht davon abhalten ins Reich der Träume zu entschwinden. Ich war aber glücklicherweise nicht die Einzige deren Kopf bedenklich nach vorne sackte. Unseren frühen Feierabend um 11 Uhr nutzen Irene und ich dazu gemütlich auf „meinem“ Markt einzukaufen. Brot, Käse, Oliven, Aprikosen, Erdbeeren, frische Pasta usw. Mit all diesen Köstlichkeiten verbrachten wir den restliche Tag bei mir und haben bis in die späten Abendstunden gelernt.

Diese orangfarbenden Schönheiten präsentierte uns Chef Quéré am Freitag:

 

BildWichtiger für uns war allerdings die, neben dem leuchtenden Orange recht unscheinbar wirkende Charlotte aux poire. BildSie besteht aus einem Biscuit-Teig und ist gefüllt mit einer Mischung aus Birnenpüree, Sahne und Gelantine. Very 80’s!

Meine Charlotte sah am Samstag dann so aus:

BildLeider hatte ich während dieser Praxis meinen kleinen persönlichen „nervous-breakdown“! Aber das passiert hier öfter, daß irgendjemand heult, klar sind’s meistens die Mädels. Und da ich dann schlechte Laune hatte, habe die olle Charlotte in der Schule gelassen und die anderen Studenten haben sich gefreut. Um sechs war nichts mehr von ihr zu sehen. Im Anschluss an die Praxis gab es noch ’ne Demo von Chef Cotte, was meine Laune wieder etwas verbesserte. BildBildBildAuf dem Programm stand „Mogador“. Ein Schokoladenbiscuit mit Himbeerpüree und Schokoladenmousse. Hm, lecker, viel besser als die ständigen Birnen.Gegen 18 Uhr war der „Arbeits“-Samstag endlich vorbei und ich habe mich mit Irene und ihrer Freundin Doushka ins Pariser Nachtleben gestürzt. Zuerst gab es einige Aperetifs in verschiedenen Bars anschließend bekamen wir ohne Wartezeit einen Tisch im „Clamato“ einem Fischrestaurant. Tadaaa! Meine ersten Austern:BildJa, ich weiß um die Bildqualität…aber die Austern waren gut, nicht, daß ich sie ständig bräuchte, aber gut…BildNeben den Austern gab es noch allerhand feinen Fisch und Muscheln! Und eine gute Flasche Wein!

BildBildUnd weil der Abend noch so jung war zogen wir noch ein bißchen weiter. Und da ich gar nicht mehr so jung bin lasse ich den Sonntag hier mal unerwähnt…

Am Montag kämpfte ich immer noch mit „Nachbeben“ traf mich aber trotzdem mit Irene in einem Cafe um die Ecke. Wir hörten uns noch mal gegenseitig ab, die Vokabeln saßen, die Hygienevorschriften saßen, Butter, Mehl, Zucker etc saßen. Eigentlich sollte nichts mehr schiefgehen  in der Prüfung!

Bevor es am Dienstag zur Prüfung ging, durften wir erst noch unseren Mogador backen! War easy, wäre ein guter Prüfungskuchen!BildBildUnd da wir so flink waren, hatten wir noch Zeit für ein „Klassenfoto“:

BildOh man, diese Mützen tragen echt nicht zur Attraktivität bei…

Um 12.30 war es ja endlich soweit! Schriftliche Prüfung! Natürlich gab es keinerlei Fragen zur Hygiene, zum Mehl, zur Butter oder zum Zucker! Dafür Fragen zu Rezepten die wir nie gemacht haben! Flachzangen! Hauptsache ich weiß woher das Crossaint kommt (Wien)! Das braucht doch keine S…Na wenigstens die Fachtermini konnte ich alle. Im Anschluß gab es doch die ein oder andere hitzige Diskussion! So what, es sind nur 10 Prozent vom Gesamtergebniss. Leider habe ich keine Ahnung, wann wir die Ergebnisse bekommen.

Tja mit Entspannen ist trotzdem nix! Letzte Woche, vorm Schnarch-Seminar, wurde uns noch die Liste mit den zehn möglichen Examens-Kuchen ausgehändigt! Schluck! Ich habe keinen Favoriten, jeder Kuchen hat einen Haken oder auch zwei! Also werde ich die freien Tage nutzen um den Unterschied zwischen Mürbeteig und Mürbeteig (ja, es gibt verschiedene Zubereitungsarten) zu lernen. Vielleicht schaffe ich es ja auch noch ein bißchen Kultur dazwischen zu schieben.

Ich hoffe, Ihr verzeiht mir die immer länger werdenden Pausen!? Sobald es wieder was zu berichten gibt melde ich mich natürlich!

A bientôt

Eure Steffi

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La sixième semaine

Jetzt habe ich euch aber mal richtig lange warten lassen! ‚tschuldigung, war letzte Woche aber auch schwer unterwegs! Wie packe ich das denn jetzt alles hier rein,ohne euch zu verwirren?

Am besten ist’s wohl, wenn ihr mich chronologisch durch meine Woche begleitet:

Am Montag war ich natürlich in der Schule. Es war eine Freude Chef Tranchant zuzuschauen wie er ein kleines Tartelette nach dem anderen für uns aus dem Hut zauberte. Die kleinen Schönheiten könnt ihr hier bewundern.

DSCI3390 (Kopie)Es gab Tartelettes au chocolat, Tartelettes à l’orange…DSCI3388 (Kopie)Tartelettes au citron, tartelettes aux poires bourdaloue, Les Amandines und Tartelettes bretonnes à l’abricot! Also ein Festival des Tartelettes!

DSCI3389 (Kopie)Die „Festival-„Stimmung verging uns am Nachmittag, denn nun waren wir an der Reihe! Aber es ging alles gut! Meine Orangen- und Schokoladen-Tartelette sind die ganz links:

DSCI3394 (Kopie)Und hier nochmal in ihrer vollen Schönheit! Aber wie ihr wisst, kommt es ja nicht auf Äußerlichkeiten an sondern auf die inneren Werte. Und ich kann euch sagen, die waren genau richtig und hielten sich bis Donnerstag!

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Am Dienstag ging dann die gesamte Klasse an Bord! Eine Bootsfahrt auf der Seine stand an! Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit, aber davon ließen wir uns die Laune nicht verderben. Es gab etwas zu essen und ordentlich Weinchen!  Hier seht ihr mich, Irene, Luz und Jacqueline:

DSCI3398 (Kopie)Und hier sind die Schul-Mama (kann mir ihren Namen nie merken, aber sie ist zu jedem sehr lieb und ist immer besorgt ums Wohlergehen der Anderen), Felipe (unser 19-jähriger Bolivianer, den das Benutzen einer Waschmaschine vor ein Rätsel stellte) und nochmals Jacqueline.

DSCI3400 (Kopie)Nicht nur der Wein, sondern auch unsere Lästereien sorgten bei uns für Heiterkeit!

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Nach zwei Stunden gingen wir dann auch schon wieder an Land. Und da Luz, Irene und ich noch keine Lust hatten nach Hause zu gehen, gabs noch einen Einkehrschwung in unserer Lieblings-Patisserie!

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Da das Wetter am Mittwoch immernoch sehr durchwachsen war entschied ich mich dafür ins Musee d’Orsay zu gehen. Leider gibts keine Fotos von innen. Fotografieren verboten…

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Nach gut fünf Stunden machte ich mich wieder auf den Heimweg und nahm mal wieder ein Bild von einer Straßenlaterne mit. Die sind aber auch zu schön hier!DSCI3408 (Kopie)

Donnerstag habe ich zum ersten mal Besuch in meiner bescheidenen Kemenate empfangen. Zur „Lerngruppe“! Nach einigen Stunden sehr intensiven Studierens beschlossen Irene und ich, daß man erlerntes Wissen nur mit mehreren Gläsern Wein und einem guten Essen festigen kann. Zuerst besuchten wir eine sehr hübsche kleine Weinbar um uns anschließend an einem 3-Gänge-Menü in einem typisch französischen Bistrot zu laben. Ich hatte baskischen Blutpudding, Kaninchen und Creme Caramel. HHmmm, gerne wieder!

Freitag hatte der Lenz dann ein Ende! Zuerst demonstrierte uns unser Chef Cotte ( ganz erholt nach seinem Urlaub und dafür umso lauter) wie wir unsere Tarte meringuée aux poires caramelisées (Tarte mit karamelisierten Birnen und Baiser) herzustellen haben. Dazu gab es noch Barquettes au miel (kleine Tartes mit einer Füllung aus Mandeln und Honig). Leider habe ich seine Birnentarte nicht fotografiert, aber manchmal ist mir das Gewühle am Präsentationstisch einfach zu anstrengend. Foto0397 (2) (Kopie)Foto0398 (Kopie)

Dafür könnt ihr hier meine Tarte bewundern, die ich gleich im Anschluss backen durfte. Die vom Chef sah jetzt nich soooo viel anders aus !-))

 

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Zwei Drittel meiner Tarte überließ ich Luz zu treuen Händen. Ich denke, daß sie auf ihrer Party besser aufgehoben war als in meinem Bauch, der schon beträchtlich an Umfang zugelegt hat.Foto0400 (Kopie)

Samstag habe ich mit voller Absicht das Haus ohne Frühstück verlassen! Denn es war endlich soweit: Croissants- und Brioche-Demo! Neben der Eclair-Demo die auf die ich mich am meisten gefreut habe! Da es sich hierbei aber um ein sehr komplexes Thema handelt gabs gleich ’ne Doppel-Demo. Das heißt ca. sechs Stunden sitzen, zuhören, zusehen, mitschreiben und vor allem verkosten. Obwohl man in unserem Fall nicht mehr von verkosten reden kann. Wir haben alles aufgefuttert! Es war einfach zu gut!DSCI3410 (2) (Kopie)

                                                                     CrossiantsDSCI3412 (2) (Kopie)

  Oranais und Moulins aux cerises                                                                  DSCI3413 (2) (Kopie)

Pains aux raisinsDSCI3414 (2) (Kopie)

Pains au chocolateDSCI3416 (2) (Kopie)

Brioches, KouglofDSCI3417 (Kopie)

Chef Cotte hatte für die ganze Vorstellung ’ne Babybadewanne voll Hefeteig vorbereitet, der fünfundvierzig Eier enthielt! Nur um euch mal die Mengenverhältnisse zu verdeutlichen!DSCI3418 (2) (Kopie) DSCI3419 (Kopie)

Um die ganzen angefressenen Kalorien wieder loszuwerden sind Irene und ich am Sonntag zum Chateau Chantilly gefahren. Das liegt ca. eine dreiviertel Zugstunde nördlich von Paris. Und hier wurde die berühmte Creme Chantilly erfunden. Die nichts anderes ist als Schlagsahne mit Puderzucker und Vanille! Es war sehr schön mal aus dem Großstadttrubel zu entfliehen und ein bißchen das Gefühl von Weite und frischer Luft zu genießen. Denn aufgrund der Größe des Anwesens verlaufen sich auch die Touristenscharen ein wenig.

Das hier ist der „Stall“ nicht etwa das Schloß!

 

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Das ist das Schloß!

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Laterne, was sonst!

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Eine wunderschöne Bibliothek gibts hier auch.

 

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Heute Sondervorstellung, verpassen Sie nicht: Ente versus großer Fisch! Wer schnappt das Brot…

 

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Und natürlich wollten wir die berühmte Creme Chantilly probieren. Deswegen waren wir ja eigentlich hier! Aber bei 11,80 Euro ( in Worten elf euro achtzig) für ein Stück Erdbeertorte mit Schlagsahne mussten wir leider dankend ablehen! So leid es uns auch tat! Wir beließen es bei einem Kaffee mit einem winzigen Klecks Sahne. Und? Sie war süß punkt.

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Und heute, am Montag ging der Ernst des Lebens wieder los. Naja, fast. Ich saß an der Seine in der Sonne. Allerdings in Begleitung meiner mittlerweile fast einhundert!, selbstgeschriebenen Lernkarten! Denn morgen in einer Woche habe ich schon meine schriftliche Prüfung!DSCI3489 (Kopie)

Und weil ich sooo fleißig war gab es eine kleine Belohnung bei Dehillerin! Ihr erinnert Euch? Der Laden mit den allerbesten Backutensilien!DSCI3478 (2) (Kopie) DSCI3483 (2) (Kopie) DSCI3486 (2) (Kopie)Man gönnt sich ja sonst nichts!

In diesem Sinne: gönnt Euch mal was!

A bientôt
Eure Steffi

La cinquième semaine avec beaucoup de gâteau

Für alle die sich beim lesen meines letzten Eintrags fragten: “ Wie gar kein Kuchen diese Woche?“ HaHa, weit gefehlt!!!

Gerade just in diesem Augenblick bin ich kuchenseelig und glücklich! Eigentlich wollte ich mir heute eine Austellung im Hotel de Ville anschauen. Aber nachdem ich ewig den richtigen Eingang gesucht habe, musste ich feststellen, daß die schon zu haben. So konnte ich frohen Mutes  mein eigentliches Ziel ansteuern. Ja, die Kultur ist manchmal auch Alibi!

Also auf zu Pain de sucre!  http://www.patisseriepaindesucre.com/

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So wie andere Leute nen Autokauf akribisch vorbereiten, also Ausstattung, PS, Kilowatt, Reifenumdrehungen oder so, so bereite ich mich auf jeden Patisseriebesuch vor! Was gibt’s, was ist drin? Solls eher was mit Schokolade oder mit Früchten oder doch lieber Nuss sein? Das kann schon mal eine ganze Weile dauern! Um dann mit ’nem debilen Grinsen und Spuckefäden am Mund vor der Auslage zu stehen! ich habe heute wieder eine gefühlte Ewigkeit gebraucht mich zu entscheiden. Und mich letzendlich für diesen beiden Köstlichkeiten entschieden:Bild

Zum einen „Mélusine“- Biscuit mit Pistazien, Vanillecreme mit Engelswurzlikör und Erdbeeren.Bild

Und zum anderen „Etat de choc“-Schokoladen-Biscuit mit einer knusprigen Schicht aus dunkler Schokolade, einer Creme und Ganache aus 85% Schokolade!BildEs war sooooooooooooooo gut! Ich kann’s nicht wirklich beschreiben! Eigentlich wollte ich nur eins oder nur die Hälfte von jedem essen. Um morgen auch noch etwas davon zu haben. Super Idee…Bild

Ich kann nicht genug von diesen wunderschönen Teilchen bekommen! Das waren auch bei weitem nicht die einzigen in dieser Woche!

Am Dienstag habe ich mich nach dem Besuch der Maison Victor Hugo ein Pain au chocolate vom Café Puschkin gegönnt.http://www.cafe-pouchkine.fr/

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Yummy!!!   http://www.youtube.com/watch?v=TilQ8BIHisw

Mittwoch hatte ich tatsächlich NICHTS süßes! Und habe schwer gelitten!

Und da ich mich nicht leiden sehen kann, musste ich am Donnerstag vor der Schule zu “ Des Gateaux et du Pain“ http://www.desgateauxetdupain.com/patisseries.html

Irene und ich waren ja letzte Woche schon mal da, aber da war ja zu! Donnerstag war auf…Leider, leider durfte ich keine Fotos machen, doofe Trulla! Hatte auch eher was von einem Juweliergeschäft mit Törtchen- und Brot-Diamanten! Ich habe mich für diesen orangefarbenen Juwelen entschieden:BildBildBild

Das kleine Schätzchen hört bzw. hörte auf den Namen „Cashmir“- ein Mandelbiscuit mit einer Vanillecreme, kandierten Orangen, Datteln und einem Hauch Safran…Moment mal muss kurz aufwischen!

Ja und auch ich musste diese Woche in der Schule wieder ran! Dienstag zeigte uns Chef Quèrè eine weitere Variante der Buttercremetorte,diesmal in der Sorte Moka hmmm…Bin froh, wenn wir damit endlich durch sind. Aber es geht ja um die Grundlagen. Diesmal lag das Hauptaugenmerk auf dem ordentlichen Biscuitteig (schön Eier überm Wasserbad aufschlagen bis der Arm abfällt) und der Deko!BildBildBild

Jedesmal wenn ich ein Stück von diesen Torten esse, fühle ich mich schlagartig zu unseren Familienfeiern in den späten Achtzigern zurückversetzt!

Am Donnerstag war ich dann wieder in einer ganz gegenwärtigen Küche! Wir haben bestimmt zwanzig Minuten lang Eier und Zucker aufgeschlagen, daher der Muskelkater. Und endlich traue ich mich mit den Fingern in den kochenden Zucker zu fassen um festzustellen, ob er die richtige Konsistenz hat. Natürlich kühle ich meine FInger vorher in einem Schälchen mit Eiswasser, aber aufregend ist’s trotzdem. Zumal man auch ein Zuckerthermometer verwenden könnte, aber Mixer gibts ja auch nicht! Gut, daß wir die Eier nicht selber legen oder die Butter stampfen müssen! Mein Biscuitteig ging super, ganz leicht und fluffig und schön hoch. Die Buttercreme gab meinem Arm dann den Rest. Und wie ich es geschafft habe die Creme auf und um den Kuchen herum zu bekommen, ist mir immer noch rätselhaft. Die Deko mit dem Spritzbeutel war noch ein bißchen kniffelig und zittrig, aber ganz okay.

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Und dann kam wie immer die Bewertung des Chefs. Und da ich zwischendurch ein oder zwei kleine Fehler gemacht habe rechnete ich eher mit Kritik als mit Lob. Aber Chef Quéré (mein neuer Lieblingschef) sagte :“For me this is the best cake in this class.“  Die beste Arbeit der ganzen Klasse? Wer? Ich? Echt jetzt? „MERCI CHEF“ Ich wuchs spontan um ca. zehn Zentimeter und konnte den ganzen Abend nicht aufhören zu grinsen!

Ich habe das gute Stück allerdings trotzdem in der Schule gelassen, denn ich kann einfach keine Buttercreme mehr sehen!

Am Montag wirds mal richtig spannend! Mittags gibts ein Treffen mit einem Chef, keine Ahnung mit welchem, bei welchem uns unser Zensuren-Zwischenstand mitgeteilt wird! Bin ja guter Dinge…Ich werde euch natürlich davon berichten!

Auf Wunsch einer einzelnen Leserin, Frau N.H. aus Berlin verlinke ich mal die Le Cordon Bleu Seite auf der man sich die Chefs angucken kann. Liebe Frau H. es war mir bisher leider (noch) nicht möglich die Herren zu einem privaten Fotoshooting zu bewegen…http://www.lcbparis.com/paris/meetourchefs/en

So, ich hoffe, euch ist allen das Wasser im Mund zusammengelaufen! Dann habe ich mein Tagesziel erreicht!

A bientôt

Steffi

 

La cinquième semaine de l’art

Ja, tatsächlich ist schon die fünfte Woche vorbei! Die Zeit vergeht hier bei mir wie im Flug! Beängstigend schnell! Im Moment wünsche ich mir die Zeit würde mal stillstehen! Vielleicht nicht gerade wenn ich 8 Eiweiß steifschlage, aber wenn jemand in der Metro mich und meine Buttercremetorte anlächelt oder wenn ich mit Luz, Irene, Felipe und Wan oder Tan beim Bier sitze…

Leider begannen die meisten Tage in dieser Woche so:

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Aber so ein Schietwetter kann man ja ganz hervorragend für kulturelle Unternehmungen nutzen! Am Dienstag habe ich gleich mal damit angefangen und war vor der Schule hier:

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Das Zuhause von Monsieur Hugo befindet sich ja gleich bei mir um die Ecke am Place de Vosges, meinem Lieblingsplatz für abendliches in der Sonne sitzen, sofern sie denn scheint!

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Hier gab es viele hübsche Zimmer zu besichtigen und witzige Dinge zu fotografieren. Leider habe ich Dussel meine Kamera vergessen, deswegen gibts nur Handy-Bilder. Es war auch nicht das letzte Mal in dieser Woche, daß ich mir dachte:“ Mein rechter, rechter Platz ist leer, ich wünsche mir die Mama her!“ Denn mit ’ner fotoverrückten Mutter an meiner Seite wäre das nicht passiert!Foto0349 (Kopie)Foto0344 (Kopie)

Foto0345 (2)Foto0346 (Kopie) (2)Diesmal habe ich mir auch einen Audio-Guide gegönnt und konnte mir so nette Geschichten rund um Hugo, sein Schaffen und seine Familie anhören.Foto0350 (Kopie)Foto0340 (Kopie)

An meinem schulfreien Mittwoch war ich in der Opéra Garnier. Nicht zum Ohren- sondern zum Augenschmaus! Manmanman! Da hatte aber jemand viel Geld  und Sinn für überbordende gold-marmor-glitzer-kristall Deko!

DSCI3189 (Kopie)Foto0378 (Kopie)Die Oper wurde im Stil des Neobarocks erbaut und 1875 eröffnet.  Bis zur Eröffnung der Opéra Bastille 1989 war das Palais Garnier der weltweit größte Theaterbau. In den Saal passen unbeschreibliche 1900 Personen. Und man kann sich sehr gut vorstellen, daß es zu damaligen Zeiten eher ums „Sehen und gesehen werden“ ging denn um den kulturellen Genuß!

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Besonders hübsch fand ich Chagalls Deckenmalerei im Theatersaal:

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Kurz vorm Grand Foyer machte das Akku von meiner Kamera schlapp! Und da war er wieder, der Gedanke an meine liebe Mama!Foto0363 (2) (Kopie) Foto0368 (Kopie)Foto0364 (Kopie)DSCI3327 (Kopie)

Und eine schöne Bibliothek gab es auch

Foto0373 (2) (Kopie)Foto0371 (Kopie)Und da man sich  im 9.Arrondissement ohnehin vom Luxus umzingelt fühlt und ich von dem ganzen Prunk noch ganz benebelt war, stolperte ich aus der Oper direkt in die“ Galeries Lafayett“! Diese besticht nicht nur durch ihre wunderschöne Jugendstil-Glaskuppel, sondern auch durch ihre 18000 qm Verkaufsfläche! Die folgenden zwei Stunden kann ich leider nicht mehr erinnern, war wohl im Wahn!

Foto0382 (Kopie) Foto0383 (Kopie)Und natürlich konnte ich mir auch die „Gourmet“-Abteilung nicht entgehen lassen! Dort habe ich für bescheidene 3,80 meinen violetten Senf gekauft. Den und ein  Stück Käse, mehr braucht’s manchmal nicht!

DSCI3366 (2) (Kopie) Der Donnerstag verlief weitestgehend kultur-frei! Habe allerdings Eintrittskarten fürs Musee d’Orsay und für den oder das (kann mich jemand aufklären) Louvre gekauft! Und beim abendlichen Nach-Küchen-Bierchen mit Irene und ihrem Freund Alex beschlossen d. Louvre gleich am Freitag in Angriff zu nehmen.

Gesagt getan! Um 11 trafen wir uns am unterirdischen Geheim-Eingang. Geheim deshalb, weil ihn nicht alle Touristen kennen, denkste! Das Museum setzt sich aus drei Flügeln mit jeweils drei Etagen zusammen und in einem, dem Denon-Flügel, wohnt die Mona-Lisa. Also haben wir mit dem am weitesten enfernten Richelieu-Flügel begonnen. Dort gibts Französische Skulpturen, die Mesopotamien-Abteilung (gähn) und die Iranische Antike (gähn, gähn)DSCI3355 (2) (Kopie)DSCI3358 (2) (Kopie)DSCI3360 (2) (Kopie)DSCI3361 (Kopie)Ich habe mich ziemlich schnell in die zweite Etage abgesetzt. Zur  deutschen, niederländischen, flämischen und französischen Malerei aus dem 15.-18. Jahrhundert.

Irgendwann gegen halb drei gabs dann ein kleinen Lunch für uns. Danach stürzten wir uns todesmutig in den Denon-Flügel, in dem man neben der „Mona-Lisa“ italienische Gemälde, 13.- 18. Jahundert findet, darunter auch sehr beeindruckende Großformate wie „Krönung des Kaisers Napoleon I“.

ABER:

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Das kleine braune Bild gaaaaanz hinten in der Mitte! Das ist sie: Die Weltberühmte! Noch Fragen zu meiner Verweildauer?

Auch die Venus von Milo befand sich fast in Reichweite!

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Mittlerweile hatte ich auch jegliche Orientierung verloren und war froh, als wir uns um fünf am vereinbarten Treffpunkt zusammenfanden und beschlossen, daß keiner von uns dreien auch nur noch einen Schritt gehen könnte. Also schleppten wir uns in die nächste Kneipe und und kühlten unsere wehen Füße mit einem kühlen Blonden, also quasi von innen!

Heute am Samstag habe ich tatsächlich Muskelkater in den Beinen und auch im rechten Arm. Wie es dazu kam könnt ihr im nächsten Post lesen!

A bientôt

Steffi

 

 

 

 

 

 

 

Keine Ahnung der wievielte Tag in Paris heute ist…

…aber die vierte Woche ist vorbei, seufz…

Bonjour mes amis!

Nein, ich bin nicht verschollen in irgendwelchen Katakomben und liege auch nicht im Fresskoma, obwohl das nicht unwahrscheinlich wäre, denn ich habe tatsächlich alle Eclairs allein aufgefuttert! Ich war diese Woche einfach nur etwas schreibfaul und einen dezenten französischen Schnupfen habe ich mir auch eingefangen!

Am Mittwoch gab es zum Ausgleich zu den cremegefüllten Eclairs mal ein Sortiment aus kleinem, mundgerechtem Gebäck. Dazu gehörten Macarons, Palets aux raisins, Batons de maréchaux und Cigarettes. Das sah dann so aus:Bild

Macarons von Chef CotteBild

Gleich im Anschluß an die Demo waen wir dann dran. Man möchte es nicht glauben, aber auch Kleinvieh macht Mist. Ich war diesmal ganz schön gestresst und habe wirklich nicht ein Wort von Chef Cotte verstanden. Was zu temporärer Verwirrung meinerseits führte, aber die Beurteilung fiel trotzdem sehr gut aus! Zitat Chef Cotte: „You are my new number one!“ (Ihr müsst euch dazu nen netten französischen Akzent vorstellen!)

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Donnerstag hatte ich frei und habe mir eine Ausstellung über Modefotografie im Palais Galliera angeschaut.http://www.palaisgalliera.paris.fr/fr Leider durfte man im Gebäude nicht fotografieren. Sehr schade, denn es war wunderschön! Die Austellung wurde fast zur Nebensache. Aber ein paar Außenansichten habe ich für euch:BildBildBildBild

Im Anschluß war ich noch ein bißchen spazieren und stand plötzlich wieder vor dem hier:Bild

Um endlich mal etwas „richtiges“ zu essen, hatte ich mich am Freitag für eine „Cuisine-Demo“ eingeschrieben. Der dazu eingeladene Chef kochte uns was Schönes mit Oliven. Es gab zwei Vorspeisen mit Fisch und Olivenpaste, ein Hauptgericht bestehend aus rosagebratenem Kalb, grünem Spargel und Oliven, und ein Schokodessert mit Olivenöl. Natürlich gabs für jeden nur eine kleine Portion zum kosten, aber es war saulecker!

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Gestern, am Samstag, stand uns  eine ziemliche Bastelarbeit bevor! Gezeigt wurde uns ein Dacqouise! Das ist eine Buttercremetorte mit einem Teig basierend auf einer Meringue-Masse. Für die man 8! Eiweiß steifschlagen muß, per hand selbstverständlich! Aber das wichtigste war „la Rose“ aus Marzipan! Sieht allerdings schwieriger aus als es ist! Und ein bißchen Baiser gab es nebenbei auch noch. Präsentiert wurde uns das von Chef Nicolas Jordan, dem jüngsten und bestaussehensten Chef der ganzen Schule! Bin mir sicher, daß so manche Schülerin nicht weiß, wo sie zuerst hinschauen soll: in seine knallblauen Augen oder auf seine Hose ähm Rose!

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Bild

 

Am Abend brachte ich dann diese Schönheit zustande:

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Ich muss zugeben, ich bin sehr stolz auf meine erste Marzipanrose! Und weil ich so ein Streber bin habe ich heute zu Hause gleich noch ein bißchen geübt. Ich zeige euch mal wie’s geht:

 

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Ist jetzt nicht sooo schwer, oder !-))

Jedenfalls sitze ich jetzt hier mit ’ner fetten Buttercremetorte! Will jemand ein Stück? Werde mich morgen mal auf den Weg machen und sie  Odachlosen, die hier an jeder Ecke sitzen, geben.  Das war eigentlich schon für heute mein Plan, aber ich muß zugeben, daß ich einen ganz, ganz faulen Ostersonntag auf der Couch hatte! Ich hoffe, Ostermontag wird anders…

In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes, erholsames und sonniges Osterwochenende!

A bientôt
Eure Rosen- Resli-Steffi

Le vingt-cinquième jour

Habt ihr schon mal Käse und Rotwein gefrühstückt? Ich kann es ja nur empfehlen! Heute um 11.30 gab es in der Schule ein kleines Willkommens-„Frühstück“ für die neuen Studenten, bestehend aus, ganz genau, Rotwein und Käse! HHmm! War zwar nicht als Frühstück angedacht, aber für mich war’s das!

Danach konnten Irene und ich ganz beschwingt in unseren „Patisserie-Tag“ starten. Zuerst ganz zu „Des Gateau aux du Pain“ http://www.desgateauxetdupain.com/ die hatten leider, oder sollte ich sagen Gott sei Dank, zu! Weiter gings dann zu Sadaharu Aoki http://www.sadaharuaoki.fr/news/index.php?catid=8&blogid=1 einem japanisch-französischen Patissier. Dort gönnten wir uns  für jeden nur einen Macaron.

Denn eigentlich wollten wir hierher:

La Pâtisserie des Rêves 

http://www.lapatisseriedesreves.com/

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Oh mein Gott, so muß der Himmel aussehen! Ihr könnt euch vorstellen, wie schwer es wahr sich für etwas zu entscheiden! Unsere Wahl fiel schließlich auf eine „TARTE AUX CITRON“ und ein „TARTE AUX RHUBARBE“!BildBildBildBild

Es war soooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo  GUT!

Na und jetzt knabbere ich am Salatblatt…das hat man nun davon!

A bientôt

Steffi

 

Downton Abbey en français

Gestern am Sonntag war ich im „Musee Nissim de Camondo“. Dabei handelt es sich um ein Pariser Adelspalais im 8. Arrondissement. Es ist benannt nach dem Sohn des Besitzers, Graf Moise de Camondo. Er verfügte, daß das Palais samt seiner Inneneinrichtung und Kunstsammlungen, nach seinem Tod von der Stadt Paris als Museum geführt werden sollte. Hier kann man also „Downton Abbey“ live kriegen. Denn neben den prachtvollen Räumen der Herrschaft kann mann auch die komplett erhaltene Küche, Butlerräume usw. anschauen. Ich fands toll und habe mir gleich mal ein paar Einrichtungstipps geholt:

Oben:BildBildBildBildBildBildBildBildBildBild

Unten:

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Eigentlich rechnete ich jeden Moment damit, daß mir der Earl of Grantham, Mary Crawley oder gar die  Dowager Countess of Grantham über den Weg laufen. Oder, daß mich Carson und Miss Hughes darauf hinweisen, daß hier nichts angefasst wird!

Anschließend war ich noch ein bißchen im Parc Monceau spazieren, der parktischerweise gleich hinterm Haus anfängt (wer hat, der kann)!

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Kurz noch beim Präsidenten vorbeigeschaut:Bild

Juwelen auf dem Place Vendome bestaunt:BildBild

 

An der Oper vorbei:

BildUnd so wird aus einem „Ich gehe mal schnell vormittags ins Museum“ ein vierstündiger Sapziergang! Aber schön wars!

A bientôt

Duchess of Eclair  Steffi

 

 

   

La vingt-quatrième jour

Heute wars endlich soweit:ECLAIRS! YEAH!

Morgens um 8.30 gabs die Demo! So siehts aus wenn’s der Chef macht:Bild                                                                                      Eclairs

Bild                                                                                  Salambos & Glands

Bild                                                                                   Religieus & Chouchette

Und so siehts aus, wenn’s Steffi macht:

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Leider konnte ich nur ein Eclair fotografieren, denn die anderen haben den Transport nicht unbeschadet überstanden! Aber das Allerbeste kommt erst noch! Wir hatten heute wieder nen neuen Chef! Dachte gleich: „Na, wir sind uns wohl nicht sooo grüne, wat!“ Erstmal gleich nen Anschiß kassiert, weil die Eclairs nicht ordentlich zwischen den Strichen auf dem Backpapier gelandet sind. Also alles wieder runterkratzen( geht Gott sei Dank mit Brandteig sehr gut) und nochmal! Dann hieß es „Sechs Eclairs! Nicht fünf!“ Wieder abgekratzt, nochmal! Nach dem Backen mit der falschen Spritztülle die Creme in die Eclairs gespritz und gedacht:  „Na, hoffentlich sieht er’s nicht..“ Mich mit dem Fondant abgequält und fertig! Und dann die Bewertung, Ich als Erste! „Tres bien, tres tres bien!“ Und dann gab es tatsächlich APPLAUS vom Chef und meinen Mitschülern! APPLAUS?! APPLAUS!! YES!!!!!!!!!

Und so sah es dann am Ende der Stunde aus:Bild

Tja, so isses! Was soll ich sagen…

 

 

Le dix-neuvième, vingtième, vingt et unième et vingt-deuxième jour

Geht jetzt wirklich schon meine dritte Woche zu Ende? Ich befürchte schon… Dabei habe ich noch nicht mal einen Bruchteil von dem gemacht was ich mir vorgenommen habe! Es stehen noch tausend Dinge auf meiner Liste…

Sagt mal, blüht zu Hause auch schon der Flieder? Und gibts schon Rhabarber?

Was kostet Toilettenpapier bei uns?  Habe tatsächlich 2,60 für 6 Rollen bezahlt!  Zum Anfang habe ich alle Kassenbons aufgehoben, um einen Überblick über meine Ausgaben zu haben. Mittlerweile habe ich’s aufgegeben, das würde mich nur in eine tiefe finanzielle Depression stürzen.

In Depressionen kan einen auch die riesige soziale Schere hier in Paris stürzen.  Neulich bin ich nach der Schule über die Rue Saint Honorè geschlendert, dort wo die großen Designer ihre Läden haben und wo Sicherheitspersonal vor den Juwelieren wachen. Alles ist so sauber, alles duftet und die Menschen sind schön. Aber nach nur zwanzig Minuten Fußweg in Richtung Normalität sieht man wieder die Menschen die nicht gut riechen, die vor den Bäckereien sitzen und auf ein Stück Brot oder ein paar Cent hoffen, die auf Kartons auf den Gehwegen und in den Metrogängen schlafen.  Das stimmt sehr traurig, gehört aber wahrscheinlich zum Leben in einer Metropole dazu.

Diese Woche war recht unspektakulär. Natürlich abgesehen vom Blätterteig. Gestern war der Gateau Basque dran, ein Butterkuchen mit einer Füllung aus Creme Patissiere und Schnaps-Kirschen! Kristin und Olli können sich vielleicht noch an das Desaster im letzten Sommer erinnern. Das war jetzt nicht soo lecker. Allerdings muss ich sagen, daß der, selbst wenn man ihn richtig macht, auch nicht so dolle ist!  Ich hoffe, einfach nur, daß ich diesen Kleister-Scheiß nicht als Prüfungskuchen ziehe! Stellt euch vor ihr müsstet Kartoffelbrei ausrollen, ihn um ein Nudelholz wickeln und das Ganze dann in eine Ringform ohne Boden bringen. Viel Spaß!

Spaß machte allerdings die praktische Übung zum Kuchen. Diesmal hatten wir Chef Quéré, bei dem hatten wir schon mehrere Demonstrationen. Die Theorie bei ihm mag ich sehr gerne, da er einer der Chefs ist, der alles sehr gut erklärt, auch gerne zwei oder dreimal. Nun hatte Irene letzte Woche bei im eine Praxis und war schlichtweg entsetzt. Morgens um halb neun wurde gebrüllt was das Zeug hält, an allem rumgemeckert. Sein Ruf eilete ihm also voraus. Dementsprechend war die Stimmung in unserer Gruppe als wir ihn in unserer Küche sahen.  Vielleicht lags daran, daß gestern Freitag war und dann selbst der chefigste Chef in Feierabendstimmung ist. Kein lautes Wort, keine harsche Kritik! Nachdem ich kurzeitig am Kleister-Teig verzweifelte, half er mir, gab mir noch ein paar Tipps und, klar, knuddelte mich mit den Worten:“ You are amazing! Do you know that?“  Ich bin mir natürlich darüber im Klaren, daß „amazing“ verschiedene Bedeutungen hat. Habe mich für „einmalig“ und  „fanatstisch“ entschieden und nicht für „verwunderlich“!  Aber warum knuddeln die mich ständig? Wirke ich so schutzbedürftig, verhuscht und „knuddelig“? Naja, besser als angeschrien zu werden!

Chef schien mit dem Ergebnis recht zufrieden gewesen zu sein:

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Leider ist die hübsche diamantmuster Deko etwas verlaufen, war wohl zu viel Eierglasur. Umso länger ich ihn angucke, umso misslungerner finde ich ihn…DSCI3078 (Kopie)

So sieht das Innenleben aus, ne olle Matschepampe!

Heute am Samstag gehe ich mit Irene und Luz auf ein Food-Festival an der Seine! Bin mal sehr gepannt, was uns da so erwartet! Hoffentlich ’ne Menge gutes Essen und vielleicht das ein oder andere Bier!

Ich werde berichten!

à bientôt
THE AMAZING STEFFI

Le dix-huitième jour

Et voilà Pate Feuilletée! Chaussons aux pommes et Palmiers!
Ja, Heike, dit sind Appeltaschen und Schweineohren!

 

DSCI3065 (Kopie)DSCI3063 (Kopie)DSCI3064 (Kopie)Dafür, daß ich so eine große Panik vor dem Blätterteig hatte,lief doch alles recht gut! Ich muss dazu sagen, daß ich bei weitem nicht die Einzige war, die ihm eher ängstlich gegenüberstand! Alle aus meiner Gruppe schienen sehr nervös, zumal ein Chef um die Ecke kam, den wir alle noch nicht kannten. Chef Deguignet stelle sich aber als sehr ruhiger und äußerst angenehmer Zeitgenosse dar! Und endlich mal ein Chef, der auch Englisch spricht und damit auch kein Problem hat. Er hat jedem von uns alles gezeigt und erklärt und selbst, wenn man mal etwas falsch gemacht hat bzw. falsch machen wollte, war er sofort zur Stelle und verhinderte das Schlimmste ohne ein lautes Wort. Da fällt es mir gleich viel leichter, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren und ruhig zu bleiben.

Leider hat Chef Deguignet seine Zensuren heimlich eingetragen, so daß ich leider nicht weiß, was für eine Note ich bekommen habe. Aber sein Kommentar war:“ Tres bien“ „Almost perfect“ „Next time a bit more apple filling“ Hört sich doch ganz gut an, oder!?

Aber ich muß wirklich aufhören das Gebäck mit nach Hause zu nehmen! Mir quillt Butter aus jeder Pore! Es würde auch durchaus reichen von jedem Gebäck ein oder zwei Stück zu mir zunehmen! Aber es ist soooo lecker…

Jetzt hätte ich allerdings gerne Königsberger Klopse oder ein Schnitzel…

Morgen habe ich frei, dann gibts Kultur…

A bientot

Steffi