le cinquième et le sixième jour PART II

So, da bin ich wieder!

Bei einem ausgedehnten Spaziergang habe ich heute das schöne und sonnige Wetter genossen. Ich war im Petit Palais, habe mir dort die Daueraustellung angeschaut.

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Und siehe da: überall trifft man alte Bekannte!

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Danach gings entlang der Seine, vorbei am Musée d’Orsay, Richtung Saint Germain des Pres.

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Ein bißchen geschlendert, ohne Stadtplan, ohne Ziel. Allerdings kann ich wohl langlaufen wo ich will, ich lande immer wieder an der Notre Dame! Zurück auf die andere Seite der Seine, durchs Marais-Viertel, tapfer an den Eclairs VORBEI!

 

Aber ich glaube, ich war woanders stehen geblieben, oder!?

LE CHEF! Da stand er und wirkte eigentlich ganz nett! War er auch! An seiner Seite eine Übersetzerin. Und dann gings los! In einem Höllentempo erklärte uns Chef Cotte die Herstellung einiger grundlegender Patisseriezutaten. Da gabs Aprikosennappage, Pâte d’amandes cru, Pralinée, Kaffeextrakt und einiges mehr! Ihr könnt euch vorstellen wie mir das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, bei dem Duft von Haselnüssen und Mandeln die langsam in Zucker karamelisiert werden um später zu einer Masse zerkleinert zu werden. Hmm! Als dann alles fertig warmussten alle Schüler nach vorn zum Kosten. Wer nicht kostet bekommt ein „Absent“ d.h. null Punkte. Die bekommt man auch, wenn man zu spät kommt, das Handy nicht ausmacht, die Uniform nicht gebügelt oder schmutzig ist, den Klassendienst nicht oder schlecht erledigt und und und…Am Ende der Demo machte uns Chef Cotte dann auch nochmal darauf aufmerksam, daß es während der Demos nicht erwünscht sei, daß Schüler den Raum verlassen. Auch nicht für’s Klo, er müsse ja schließlich auch nicht! OUI CHEF! Und Handys die den Unterricht stören kommen sowieso gleich in die Mikrowelle! OUI CHEF! Und wer quatscht fliegt raus! OUI CHEF! Schöne Mittagspause! MERCI CHEF!

Nach selbiger gings weiter mit der zweiten Demo. Wieder mit einem Affenzahn wurde uns die Herstellung von Pate sablée, also Mürbeteig, erklärt. Ach ja, natürlich wird alles was Chef sagt von der netten Dame simultan übersetzt. Wenn dann noch zwei Leute in der dritten Reihe quatschen, ist man am A…! Und nebenbei immer schön mitschreiben! Denn im Rezeptordner stehen nur die Zutaten nicht etwa die Zubereitung! Am Ende gab’s diverse Kekssorten, die im Anschluß wieder verkostet werden durften bzw. mussten!

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Mittlerweile war es schon 15 Uhr und mir tat nach fast sechs Stunden sitzen ganz schön der Hintern weh. Aber der nächte Unterricht war erst um halb Sieben, also mehr als genug Zeit um Kaffee zu trinken, die Mitschriften zu überarbeiten und mal abzuschalten…

Wenn ich nur hätte abschalten können! Denn wie ich schon am ersten Tag am Info-Brett lesen konnte, bin ich diese Woche „assistant de la classe“ also quasi „Tafeldienst“. Wie mir Romain, einer der netten Studentenbetreuer, erklärte sollte ich mich ca. eine halbe Stunde vor Beginn der praktischen Übung im Büro der Chefs melden und nach Chef Walter fragen.

Also stand ich pünktlich um sechs, mit Häubchen, Schürze und schlotternden Knien vor der Höhle des…Chefs! Mein zaghaftes Klopfen wurde mit einem „Oui“ beantwortet, die Tür ging auf und vor mir saß ’ne Runde von fünf bis sechs  älterer Herren, die mich teils amüsiert, teils erstaunt und fragend anblickten.“ Je m’appelle ähm je suis ähm my name is, also I’m the class delegate, Je cherche Chef Walter. Puh, la transpiration! Ein freundlich blickender, grauhaariger, hagerer Herr gab sich als selbiger zuerkennen und erklärte mir, daß ich ja wohl ein bißchen früh dran sei, ich solle mal noch ein bißchen warten, er käme auch gleich! Also schnell auf dem Absatz kehrt und wieder raus. Ach ja, OUI CHEF!

In den nächsten zehn Minuten die ich draußen wartete tätschelte mir jeder Chef der vorbei kam die Schulter mit dem Kommentar: „Alles gut, keine Angst, er ist auf dem Weg“ Das trug jetzt nicht unbedingt dazu bei meine Nerven zu beruhigen. Und dann kam er, der Chef Walter, nahm mich fast in den Arm und ich wusste gleich, daß ich mich vor ihm nicht fürchten muß. Da gibts Andere, wie ich später noch erfahren sollte.

Im Schlepptau des Chefs hoch in die Küche. Er erklärte uns erstmal, daß er kaum englisch spräche, wir uns aber schon irgendwie verständigen würden und das wir das „OUI CHEF“ und so bei ihm doch lassen könnten, wir seien ja schließlich alle erwachsen. Und er hielte auch nichts davon seine Schüler anzuschreien oder zu drangsalieren. Erleichtertes Aufatmen! Dann wurde ich in meine Aufgabe als „Assi“ eingeführt. Der Assistent ist dafür verantwortlich, daß jeder Mitschüler die richtige Menge an Zutaten an seinem Platz hat. Wenn was fehlt ist man für Nachschub verantwortlich. Eigentlich nur halb so schlimm! Jedenfalls wenn’s nur Mürbeteigkekse gibt…

Wir legten los, maßen, kneteten, rollten, sauten ein bißchen rum, wuschen  ab. Teig fertig, ab in den Kühlschrank! Zack Zack, kleiner Rundgang durch die Voratsräume der Schule (so muß das Paradies aussehen). Zurück in die Küche, pinseln, zuckern, schneiden. Schwupps in den Ofen, schwupps wieder raus!  Chef kosten lassen! „C‚est bien, mais un peu plus zeste d’orange“. Fotos machen. Alles einpacken, auch die Kekse! 21 Uhr Feierabend!

Und wen trafen Luz, eine sehr nette Mitschülerin, und ich auf dem Weg zur Metro? Chef Walter! Also sind wir noch ein Stück zusammen gefahren und Monsieur erzählte noch vor welchem Chef man sich in Acht nehmen solle.Leider hat sich Luz den Namen nicht gemerkt, aber ich bin mir sicher, daß wir es wissen werden, wenn er vor uns steht!

Alles in allem, ein sehr aufregender,aber toller Tag!

MERCI CHEF!

Ach ja, les Diamants

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A bientôt

Steffi

 

 

 

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9 Kommentare zu “le cinquième et le sixième jour PART II

  1. Mensch Steffi, da hast du aber einen aufregenden Tag gehabt !!! Und ich kann mir vorstellen,dass man als Assi ganz schoen rennen kann,wenn was fehlt !! Die kekse sehen sehr lecker aus,da bekomme ich um 4..30 Uhr gleich Appetit ! Schön,dass Monsieur Walter so nett ist ! Und Carl Larson war bestimmt auch schön anzusehen! den mag ich auch . Wir wuenschen dir auch heute einen tollen Tag und druecken dich !!
    Kuss ! PuM

  2. Habe gerade deinen bericht nochmal gelesen mich amuesiert und finde, du koennstest aus deinen berichten spaeter mal ein buch schreiben ! M

  3. Ich kann der Mama nur zustimmen, auch um 4.00 Uhr sahen die Kekse wirklich lecker aus. Wir machen einen Deal: Kekse gegen Schwarzbrot!

    • tja, da muss ich dich enttäuschen, liebes schwesterlein! habe bei mir um die ecke einen bäcker entdeckt der „vollkorn“-brot verkauft. also das was die franzosen als vollkorn bezeichnen. außerdem lehrt mich die nette bäckersfrau bei jedem besuch ein neues wort !-)

  4. Habe ich schon erwähnt, das ich diese Kekse abgöttisch liebe??!!!!! Ich kann es kaum erwarten selbige zum Geburtstag zu bekommen. Mach weiter so. Ich liebe diese Kekse.

    Olli

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